Das Waldschlösschen in Dresden – Bauwerk unter Denkmalschutz

Waldschlösschen Dresden

Das Waldschlösschen ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in Dresden im Stadtteil Radeberger Vorstadt. Ab 1800 als Jagdschloss für den einflussreichen sächsischen Hofbeamten Camillo Marcolini nach Plänen eines unbekannten Architekten errichtet, gilt es als eines der frühesten Beispiele des Historismus in Sachsen und als ältester neugotischer Bau Dresdens. Benannt wurde es nach der nahegelegenen Waldschlößchenbrauerei (heute Brauhaus am Waldschlösschen), dem Ortsteil Waldschlösschen und der Waldschlößchenbrücke. Nachdem es zwischenzeitlich zu Wohnzwecken genutzt wurde, verfiel das Gebäude in den 1990er und 2000er Jahren. Seit einer Renovierung von 2009 bis 2013 gehört es zu einer auf Psychosomatische Medizin spezialisierten Privatklinik.

Entstehung des Waldschlösschens in Dresden

Als Kurfürst Friedrich Christian von Sachsen um 1740 in Italien war, lernte er in Fano die Familie Marcolini kennen. Ihr siebtes Kind, Camillo, war gerade geboren und Friedrich Christian schlug vor, den Jungen an den sächsischen Hof zu bringen. Die abrupte, aber von vielen beneidete Karriere von Camillo Marcolini begann 1752: Er wurde vom einfachen Silberpagen zum Chefsteward und schließlich 1809 zum Kabinettsminister.

Kurfürst Friedrich August III. verlieh ihm den Grafentitel, ernannte ihn zum Direktor der Meißener Porzellanmanufaktur und zum Generaldirektor der Akademie der bildenden Künste und Kunstsammlungen. Marcolini widmete sich jedoch nicht nur der bildenden Kunst, sondern auch der Natur. 1785 hatte er ein Gebiet nördlich von Dresden erworben und dort auf dem Meisenberg ein zweistöckiges Jagdschloss im gotischen Stil errichtet. Es wurde vermutet, dass Johann Daniel Schade (1730-1798), der viele Bauvorhaben des Grafen geleitet hatte, auch dieses Haus entworfen hatte. Dendrochronologische Studien haben jedoch gezeigt, dass zwei Jahre nach Schades Tod ein erstes, kleineres Gebäude errichtet und anschließend zweimal vergrößert wurde. 1804 kaufte Marcolini Felder und Wiesen. Wie ein Zeitzeuge lobt, ist es ihm gelungen, innerhalb von 3 Jahren aus einer großen Sandsteppe „prachtvolle Plantagen mit Feldern, Früchten, Wäldern und Hopfen“ zu schaffen. Er schuf einen „Zierhof“ – eine Mischung aus gestalteten Gartenelementen und landwirtschaftlichen Flächen – mit dem Jagdschloss als eine Art Gebäude für das Personal. Nach der verlorenen Völkerschlacht bei Leipzig floh der Graf mit seinem Kurfürsten nach Prag, wo er 1814 starb. Sein Besitz wurde versteigert.

Ob Marcolini sein Haus selbst „Waldschlösschen“ nannte, ist nicht bekannt. Das gesamte Areal mit der um 1837 erbauten Brauerei und der umstrittenen Elbbrücke trägt diesen Namen. Ende des 19. Jahrhunderts entstand auf dem ehemaligen gräflichen Besitz das Preußenviertel. Neben den viergeschossigen Wohnhäusern an der Radeberger Straße ist das Kleine Schloss heute kaum noch sichtbar. 1915 und 1930 wurde es zu Wohnzwecken umgebaut, seine äußere Form blieb jedoch erhalten. Über dem Eingang ist das Wappen des ehemaligen Besitzers und seiner Frau Maria Anna O’Kelly erhalten geblieben.

Das Waldschlösschen blieb viele Jahre leer. Es verfiel und wurde bis zum Kauf durch Klaus Dilcher hinter dem Unterholz versteckt. Er hat zunächst eine komplette Baustudie in Auftrag gegeben und lässt das Gebäude nun sorgfältig restaurieren. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Konservierung von Gemälden an Wänden und Decken mit 10.000 Euro. Im Waldschlösschen sollen Büros entstehen, aber auch eine kulturelle Nutzung ist vorgesehen. Das Waldschlösschen kann am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden, das jedes Jahr am zweiten Sonntag im September stattfindet.

Der riesige Landschaftspark, der einst von Camillo Marcolini angelegt wurde, ist heute weitgehend bebaut. Aber einiges wird erhalten bleiben – unentdeckt. Es gibt noch viel zu tun über das Waldschlösschen, seinen Erbauer und den Architekten, dessen Namen noch entdeckt werden müssen.

Das Waldschlösschen-Viertel in Dresden

Eine Naturlandschaft der Radeberger Vorstadt ist das Waldschlösschen-Viertel. Die Landschaft gehörte einst zum UNESCO-Welterbe und bietet neben wunderschöner Natur und dem berühmten „Waldschlösschenblick“ auf die Dresdner Altstadt einige historische Stätten.

Dies gab der Region ihren Namen in den Jahren 1785 bis 1790 für einen Kammerherrn des Kurfürsten Friedrich August III. Jagdschloss Waldschlösschen gebaut. Das neugotische Gebäude wurde vom Architekten Johann Daniel Schade entworfen und beherbergte ab 1829 ein Wirtshaus. Im 21. Jahrhundert stand das Waldschlösschen leer und danach konnte kein potentieller Käufer für das Jagdschloss gefunden werden 2008 kaufte eine Privatperson das historische Gebäude bei Auktion im Juni 2009.

Das Waldschlösschen als Sehenswürdigkeit und Ausflugsziel

Auch das Brauerei- und Gasthaus „Brauhaus am Waldschlösschen 68“ ist eine echte Touristenattraktion: 1836 kaufte die Aktiengesellschaft der Societätsbrauerei zu Dresden das Areal an der Elbe und eröffnete vor zwei Jahren eine Großbrauerei. später. Das Waldschlößchen-Bier wurde schnell in ganz Deutschland populär und neben Berlin und Leipzig exportierte die Brauerei ihren Gerstensaft sogar nach Brasilien. Zudem war das an die Brauerei angeschlossene Restaurant schon damals ein beliebtes Ausflugsziel – daran hat sich bis heute nichts geändert und der hiesige Biergarten ist daher nach wie vor gut besucht.

Doch neben gutem Essen und leckerem Bier trägt auch der sogenannte Waldschlösschenblick zur anhaltenden Beliebtheit der Region bei. Neben der fantastischen Natur mit der Elbe bietet das Areal auf Brauereiebene einen wunderbaren Panoramablick auf die Dresdner Altstadt mit der markanten Kuppel der Frauenkirche 24. Neben der Südterrasse der Brauerei kann man auch die also Waldschlösschen Blick von der Südseite der Bautzner Straße schätzt den errichteten Pavillon. Da hier keine anderen Gebäude den Blick auf Dresden versperren, heißt der etwa 300 Meter lange Abschnitt der Elbwiesen Waldschlösschenwiese.

Lage des Waldschlösschens in Dresden

Das Waldschlösschen steht rechtselbisch, 3,5 Kilometer nordöstlich des Altmarktes, am äußeren Rand des Dresdner Vorstadtgürtels. Es liegt am nördlichen Rand des Waldschlösschenviertels östlich des Dresdner Stadtteils Radeberger und damit ganz im Osten des Stadtteils Neustadt. Seine Lage, umgeben von Bäumen, liegt mehrere Meter über Straßenniveau auf einem sandigen Hügel am Rande der Heidesandterrasse (mittlere Terrasse) auf ca. 140 m Seehöhe. NN, etwas oberhalb der sanft nach Westen fließenden Dresdner Elbe.

Unmittelbar nördlich des Gebäudes Radeberger Straße 60 mündet die Charlottenstraße in die Radeberger Straße, die andere Straßenseite gehört zur Albertstadt (Jägerpark). Unmittelbar östlich verläuft die Straße Am Waldschlößchen, südlich des Hügels, auf dem das Waldschlösschen steht, der Südhausweg.

Hotels am Waldschlösschen

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